Wissen über das Nullenergiehaus

Energiesparhaus.info | Topliste | Impressum

Von der Ölheizung zur Pelletheizung: Lohnt sich das?

Die Kosten für Öl und Gas schnellen in unglaubliche Höhen. Da stellen sich viele Hausherren, insbesondere, wenn die Heizung schon einige Jahre alt ist, die Frage, ob sich eine Umstellung auf alternative Heizvarianten lohnen könnte. Diese Frage ist mit einem klaren Ja zu beantworten. Allerdings sollte man auch die grundlegenden Voraussetzungen für die Umstellung kennen. Wir haben deshalb die wichtigsten Punkte zusammen getragen.

 

 

 

 

Welche Heizungsumstellung lohnt sich am meisten?

Die erste wichtige Frage ist die nach den möglichen Einsparungen durch eine Pelletheizung. Und diese richten sich nach den bisher verwendeten Heizanlagen. Brennstoffkosten und CO2-Ausstoß fallen bei einer Ölheizung extrem hoch aus. Hier fallen die Einsparpotenziale also besonders hoch aus.

 

Experten gehen von folgenden Einsparmöglichkeiten aus:

  • - Einsparung bei Umstellung von Öl- auf Pelletheizung: durchschnittlich 40 Prozent
  • - Einsparung bei Umstellung von Gas- auf Pelletheizung: durchschnittlich 30 Prozent

 

Geht man nun von einem durchschnittlichen Einfamilienhaus aus, das zum Energiesparhaus umgewandelt werden soll, und rechnet die Fördermöglichkeiten für die Umstellung der Heizung mit ein, sollten sich die Anschaffungskosten innerhalb von sieben bis acht Jahren amortisiert haben.

 

Wo liegen die besonderen Vorteile der Holzpellets?

Die Umstellung bringt aber nicht nur preisliche Vorteile mit sich. Holzpellets gelten zudem als klimaneutraler Brennstoff, der preislich langfristig stabil gehalten werden kann. Inklusive des benötigten Brennstofflagers nimmt die Pelletheizung auch nicht mehr Platz ein, als die klassische Ölheizung. Das Brennstofflager kann dabei auf dem Dachboden, im Erdtank oder im wettergeschützten Carport eingerichtet werden.

 

Ein weiterer Vorteil bei der Pelletheizung ist, dass der Pelletkessel gleichermaßen hohe Vorlauftemperaturen, wie beispielsweise der Heizkessel der fossilen Heizanlage liefern kann.

 

Daher ist bei der Umrüstung der Umstieg auf

  • - Niedertemperatur-Heizkörper oder
  • - Fußbodenheizung

 

nicht zwingend erforderlich. Somit lässt sich bares Geld sparen, weshalb die Pelletheizung selbst bei recht geringem Budget realisierbar ist. Auch eine vorab durchgeführte Fassadendämmung ist nicht zwingend erforderlich, denn die modulierenden Heizsysteme passen sich dank einem Pufferspeicher dem vorhandenen Wärmebedarf optimal an.

 

Worauf sollte man vor dem Umstieg auf Pelletheizung achten?

Vor einer Umrüstung auf die Pelletheizung sollten einige Punkte beachtet werden. So muss der Wärmebedarf für den neuen Pelletkessel möglichst exakt bestimmt werden. Gerade bei alten Heizungsanlagen ist dieser zu hoch angesetzt. Die Folge ist, dass sie überdimensioniert und damit kostspielig sind. Wer sich nicht nur für das Energiesparhaus, sondern gar für das Passivhaus interessiert, sollte die Pelletheizung mit Solarthermie kombinieren. Dann reicht der Pelletofen aus, um das gesamte Haus zu beheizen.

 

Zudem sollten wichtige Fragen, etwa zum passenden Lagerraum, der Anlieferung und dem richtigen Schornstein geklärt werden. Die Pellets werden meist in Silofahrzeugen angeliefert und diese müssen zur Abladung möglichst nahe an das Haus heranfahren können.

 

Ist die Pelletheizung erst einmal in Betrieb genommen, sollten sich Eigenheimbesitzer auch Gedanken über die Öltankentsorgung machen. Der bisherige Öltank wird nicht mehr benötigt, ihn aber einfach im Boden zu belassen, ist jedoch keine Alternative. Dadurch könnten Altlasten entstehen, die das Grundstück belasten und dessen Wert senken.

 

Was kostet mich die Umstellung auf die Pelletheizung?

Eine der entscheidenden Fragen bei der Umstellung auf eine Pelletheizung ist natürlich die Kostenfrage.

Hier müssen folgende Kosten berücksichtigt werden:

  • - Pelletbrenner: ca. 2.000 bis 3.000 Euro
  • - Förderschnecke inklusive Motor: ca. 1.000 Euro
  • - Lagerraum inklusive Umbau: ca. 500 Euro

 

Zusätzliche Ausgaben können entstehen, wenn besondere Brandschutzvorschriften gelten. Auch eine möglicherweise nötige Anpassung des Schornsteins kann zusätzlich zu Buche schlagen. Dieser muss gegen Rußbrand beständig sein und der Schornsteinzug muss mindestens 15 Pa betragen. Hier hilft die Nachfrage beim örtlichen Schornsteinfeger und/oder der Feuerwehr weiter.

 

Der alte Heizkessel kann unter Umständen auch nicht mehr genutzt werden und könnte weitere Kosten verursachen. Dies ist abhängig davon, inwieweit er den bei der Pelletheizung vorherrschenden Brenntemperaturen standhalten kann.