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Vom Bestandsgebäude zum Niedrigenergiehaus

Gerade Bestandsgebäude sind noch nicht nach den aktuellen Standards, beispielsweise für das Niedrigenergiehaus gebaut. Allerdings lässt sich dieser Standard durch nachträgliche Einbauten realisieren. Vielleicht hat man sich auch schon vor einigen Jahren dazu entschlossen, die Heizung mit einer Wärmepumpe zu ergänzen, um so Heizkosten einzusparen. Ist jetzt der Wunsch nach weiteren Einsparungen gestiegen und sucht man nach einer Möglichkeit, sein Haus endgültig zum Niedrigenergiehaus umzugestalten, kann es sich lohnen, auf Photovoltaik-Anlagen zu setzen. Denn diese können in Kombination mit einer Wärmepumpe zum CO2-neutralen Heizen führen.

 

Wärmepumpen brauchen Strom

Eine Wärmepumpe besticht dadurch, dass sie beispielsweise die Erdwärme nutzt, um das Wasser für den täglichen Bedarf zu erwärmen und gleichzeitig auch die Beheizung des Hauses vorzunehmen. Doch damit die Wärmepumpe betrieben werden kann, wird Strom benötigt. Dieser kommt in der Regel vom örtlichen Stromversorger und muss mit entsprechenden finanziellen Mitteln bezahlt werden.

Von dieser finanziellen Belastung kann man sich mit Photovoltaik-Anlagen zumindest teilweise unabhängig machen. Denn diese können Strom produzieren, der dann zur Nutzung der Wärmepumpe bereit steht. Allerdings muss man sich über eines im Klaren sein:

  • Photovoltaik-Anlagen produzieren den größten Stromertrag in den Sommermonaten
  • Wärmepumpen weisen den größten Stromverbrauch in den Wintermonaten auf

 

Dadurch kommt es zu einem klaren Ungleichgewicht, wodurch ein autarker Betrieb der Wärmepumpe mittels Photovoltaik-Anlage nicht realisierbar ist. Gegen diese Hoffnung spricht auch, dass mittels Photovoltaik-Anlagen erzeugter Strom derzeit nicht wirtschaftlich speicherbar ist.

Allerdings besteht die Möglichkeit, dass eine PV-Anlage über das gesamte Jahr genauso viel oder mehr Strom erzeugt, als die Wärmepumpe für den Betrieb benötigt. Somit kann eine positive Energiebilanz auftreten, so dass der Niedrighausstandard erreicht werden kann.

 

Wann lohnt sich die Photovoltaik-Anlage auf dem Bestandsgebäude?

Wird bereits eine Wärmepumpe betrieben und über die Aufrüstung mit einer PV-Anlage nachgedacht, sollte der Verbrauch der Wärmepumpe bekannt sein. Außerdem sollte der für deren Betrieb erforderliche Strom im Rahmen eines 100-prozentigen Ökostrom-Tarifs bezogen werden. Anschließend kann man die Berechnung durchführen.

 

Beispiel:

An einem Beispiel soll das Ganze verdeutlicht werden. Wir gehen dabei von folgenden Werten aus:

  • Stromverbrauch Wärmepumpe / Jahr                              5.000 kWh
  • Kosten Strom / kWh                                                             0,20 €
  • Kosten Photovoltaik-Anlage                                               12.000,00 €

 

Für die Berechnung sind folgende Formeln entscheidend:

Kosten Strom / kWh * Stromverbrauch Wärmepumpe / Jahr * 20 Jahre = Gesamtstromkosten

0,20 € * 5.000 kWh =1.000,00 € * 20 Jahre = 20.000,00

 

Da die gesamten Stromkosten für einen Zeitraum von 20 Jahren wesentlich höher, als die Anschaffungskosten der PV-Anlage liegen, lohnt es sich, diese anzuschaffen. Das wird noch deutlicher, wenn man den Strom für die aktuelle Einspeisevergütung in das öffentliche Stromnetz einspeist. Gehen wir davon aus, dass die Anlage im Januar 2013 in Betrieb genommen wurde, beträgt die Einspeisevergütung 17,02 Cent / kWh, und das garantiert über 20 Jahre. Gehen wir weiterhin davon aus, dass die Photovoltaik-Anlage jährlich einen Ertrag von 5.000 kWh leistet, ergibt sich folgende Rechnung:

 

Einspeiste kWh / Jahr * Einspeisevergütung * 20 Jahre = Gesamteinnahmen

5.000 kWh / Jahr * 0,1702 € * 20 Jahre = 17.020,00 €

 

Damit liegen auch die Einnahmen aus der Stromproduktion klar im Plus und amortisieren die Anlage bereits.